SYSTEMISCHE PAAR- UND FAMILIENTHERAPIE

06 · WAS MICH LEITET

Trauma ist eine unsichtbare Kraft, die unser Leben prägt.
Sie prägt, wie wir leben, wie wir lieben und welche Bedeutung wir der Welt geben.“

– Gabor Maté

01

WENN VERGANGENES DIE GEGENWART FÄRBT

Wir werden in Beziehungen hineingeboren: in eine Familie und/oder zu Menschen, von denen wir abhängig sind. Sehr früh lernt unser System: Wie funktioniert Nähe hier? Was darf ich zeigen? Was gefährdet Verbindung?

Kinder beantworten das nicht mit Worten, sondern mit Anpassung. Sie werden wach für Stimmungen, übernehmen Verantwortung, ziehen sich zurück, passen sich an oder lernen, wenig zu brauchen. Unter belastenden Bedingungen werden daraus Schutz- und Überlebensstrategien: intelligente Versuche, in einer Situation klarzukommen, die ein Kind nicht verändern kann. Dabei kann die eigene Wahrnehmung von Bedürfnissen, Gefühlen und Grenzen in den Hintergrund rücken. Unser System organisiert sich darum herum und entwickelt Muster, die uns zukünftig vor Überwältigung schützen sollen.

Trauma ist nicht nur das eine große Ereignis. Auch eine dauerhafte Atmosphäre von Angst, Unberechenbarkeit oder Alleinsein mit dem eigenen Erleben hinterlässt Spuren. Wenn Erfahrungen unsere Möglichkeiten übersteigen, sie zu verarbeiten, bleiben sie als Bruchstücke in uns wirksam.

Was wir in unseren frühen Beziehungen über Nähe und Sicherheit lernen, nehmen wir mit ins Leben. Wir begegnen anderen mit einer inneren Geschichte darüber, „wie Beziehung geht“, was wir erwarten können und was gefährlich werden könnte.

Vergangenes wird zu einem unwillkürlichen Filter, durch den wir Gegenwärtiges erleben.

02

PAARE · EINE BEZIEHUNG, ZWEI GESCHICHTEN

In Paarbeziehungen begegnen sich zwei Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen.

Was für die eine Person vertraute Nähe ist, kann für die andere zu viel sein. Was der eine braucht, um sich sicher zu fühlen, kann beim anderen Schutzbewegungen auslösen. Rückzug trifft auf Drängen, Klärungswunsch auf Klärungswunsch. Dann reagieren nicht nur zwei gegenwärtige Erwachsene aufeinander, sondern auch zwei innere Geschichten darüber, was Beziehung bedeutet.

Besonders vertraut ist das in unseren Herkunftsfamilien: Ein Satz der Mutter, ein Blick des Bruders, ein Schweigen des Vaters und plötzlich verhalten wir uns mit 48 wieder wie mit acht.

In unseren Paarbeziehungen sind uns diese Dynamiken häufig weniger bewusst.

In Beziehungen zeigt sich oft die große Sehnsucht nach uns selbst.

03

LEISE LOYALITÄT UND DIE ROLLE VON SCHAM

In Familien entstehen auch unsere Bilder von Zugehörigkeit. Oft sind wir Geschichten, Rollen und Erwartungen gegenüber loyal, ohne es zu merken. Vielleicht „durfte“ die eigene Kindheit nicht schwierig gewesen sein, weil die Eltern ihr Bestes gegeben haben. Vielleicht fühlt sich Abgrenzung wie Undankbarkeit an. Vielleicht tragen wir Verantwortung weiter, obwohl wir erschöpft sind.

Solche inneren Regeln müssen nicht unbedingt ausgesprochen werden. Sichtbar werden sie oft erst, wenn wir anfangen, von ihnen abzuweichen.

Und dann taucht Scham auf. Sie macht aus frühesten Erfahrungen Urteile über uns selbst:

Aus „Das verletzt mich“ wird „Ich bin zu empfindlich“.

Aus „Ich möchte das nicht“ wird „Ich bin egoistisch“.

Aus „Mir hat etwas gefehlt“ wird „Ich bin undankbar“.

So kann Scham Zugehörigkeit sichern: Solange ich das Problem bei mir suche, bleibt die Beziehung unangetastet. Für ein Kind kann das überlebenswichtig sein. Nur bleiben solche Lösungen manchmal länger als das Problem, das sie einmal gelöst haben und führen dazu, dass wir uns mit uns selbst verwechseln.

Scham wandelt Erfahrungen in Urteile über uns selbst und sichert Zugehörigkeit.

04

BEZIEHUNG ALS NEUER ERFAHRUNGSRAUM

Unsere Geschichte und die Wege, die wir gefunden haben, mit ihr umzugehen, verdienen Würdigung. Sie haben uns bis hierher begleitet.

Als Kinder konnten wir die Bedingungen, unter denen wir lebten, kaum beeinflussen. Heute haben wir andere Möglichkeiten. Wir können wahrnehmen, was in uns weiterwirkt, verstehen, wofür es einmal wichtig war, und entscheiden, welchen Raum es heute noch bekommen soll.

Unsere Vergangenheit können wir nicht verändern. Aber wir können verändern, wie wir uns heute in ihr erleben. Und damit, wie sie unser Leben, unsere Entscheidungen und unsere Beziehungen prägt.

Ich habe eine Geschichte. Und heute habe ich die Wahl, wie ich mich in ihr erlebe.

WIE ICH ARBEITE ↗

DER RAHMEN MEINER ARBEIT

Die hier angebotene systemische und traumasensible Paar- und Familientherapie ist keine heilkundliche Psychotherapie nach dem Psychotherapeutengesetz und ersetzt keine medizinische oder psychiatrische Behandlung.

Meine Arbeit dient der persönlichen Klärung, Beziehungsgestaltung und Orientierung in komplexen Lebenssituationen für Einzelpersonen, Paare und erwachsene Familien. Außerhalb medizinischer Diagnostik.

ORIENTIERUNGSGESPRÄCH ANFRAGEN

05 · EINSTIEG

Euer 1. Schritt:
Lasst uns gemeinsam
Orientierung schaffen.

Im Orientierungsgespräch schauen wir auf euer Anliegen und darauf, welcher Rahmen für euch passend sein könnte.

Ich arbeite zweisprachig auf Deutsch und Englisch, online und in meinen Räumen in Stade. Auch am Wochenende.

ZUKUNFTSMOMENT ist aus den Elbvororten (Blankenese, Othmarschen, Nienstedten, Rissen) und dem westlichen Hamburg (Altona, Bahrenfeld, Eidelstedt) in unter einer Stunde mit dem Auto zu erreichen.

Aus dem Hamburger Süden, dem Landkreis Harburg sowie aus Lüneburg und Bremen sind es etwa 75 bis 90 Minuten.

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